Eine Wachstumsbranche im internationalen Wettbewerb
Aufbruchstimmung: Photovoltaik nicht länger „fünftes Rad am Wagen“
Die Begrüßungsrede von Egbert Biermann
Vortrag „Photovoltaikindustrie: Quo Vadis?“ von Johann Wackerbauer
Vortrag „Industrie-, Energie- und Tarifpolitik“ von Thomas Nieber
Der Umbruch im Energiemix ist in vollem Gange, dabei wird die Rolle der erneuerbaren Energien immer wichtiger. Die IG BCE will nun die Arbeit der Interessenvertretungen in Unternehmen der Photovoltaik- und Solarwärmebranche unterstützen und ein Netzwerk Solar einrichten. Der Grundstein dafür wurde bei einem zweitägigen Workshop im hessischen Bebra gelegt, zu dem die IG BCE und die Stiftung Arbeit und Umwelt Betriebsräte aus Photovoltaik-Unternehmen eingeladen hatten. Das bundesweite Treffen war dringend notwendig, denn zunehmende Automatisierung, Konkurrenz aus Asien und die Sorge um gute Arbeitsbedingungen machen auch vor der noch jungen Branche nicht Halt. Und viele Betriebsräte waren überrascht, dass alle im Grunde die gleichen Probleme haben.
Denn auch wenn die Rolle der Sonnenenergie im Energiemix beständig steigt und die Photovoltaik in Mitteldeutschland mittlerweile zu den wichtigsten Industriezweigen mit mehr als 30.000 Beschäftigten gehört: Für die kommenden Jahre erwarten viele Experten eine Konsolidierung des Photovoltaik-Marktes. Bereits jetzt ist Kurzarbeit in etlichen Betrieben das bestimmende Thema.
„Die Photovoltaik ist ein Beispiel für den raschen wirtschaftlichen Strukturwandel. Sie hat ein hohes Zukunftspotential und in ihrem Wertschöpfungsprozess enge Bezüge zu weiteren Branchen der IG BCE, wie z. B. Aluminium, Chemie und Glasindustrie“, so Tomas Nieber, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik und Industriegruppen in der IG BCE. „Deshalb wollen wir Beschäftigte und Betriebsräte aktiv unterstützen.“
Eine neue Zielgruppe Solar wäre dazu ein wichtiger Schritt, denn der Workshop hat deutlich gezeigt, dass sich etliche Fragestellungen auftun, die nach branchenspezifischen Antworten verlangen. So gibt es sehr viele Quereinsteiger in den Betrieben und keine gezielten Ausbildungen. Das führt zu Problemen bei der Eingruppierung. Zur besseren Vergleichbarkeit fehlen derzeit noch Arbeitsplatzbeschreibungen.
Ziel der IG BCE ist es, zukünftig gemeinsam mit den Betriebsräten gegenüber Politik und Arbeitgeberverbänden aufzutreten. Außerdem bietet sie Unterstützung im Bereich Ausbildung und Qualifizierung sowie bei der Gründung von Transfer- und Beschäftigungsgesellschaften an.
Text: Andrea Pilch





