Arbeitszeitsouveränität und Mobile Arbeit – Analyse der BAuA-Arbeitszeitbefragung

In der 2019 durchgeführten qualitativen Studie „Arbeitszeitsouveränität in der betrieblichen Praxis“ wurden wichtige Fragestellungen im Kontext der Debatte um Arbeitszeitflexibilisierung identifiziert, die mit Hilfe repräsentativer quantitativer Daten aus Deutschland weiter untersucht werden sollen.

Es soll eine Auswertung der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015 und 2017 durchgeführt werden. Es handelt sich hierbei um für Deutschland repräsentative Befragungen von Erwerbstätigen mit Querschnitt- und Panel-Design. 2015 wurden >20.000 und 2017 >10.000 Personen befragt. Beide Befragungswellen enthalten Fragen zu diversen Merkmalen der Arbeit und Arbeitszeit, Gesundheit und Work-Life-Balance sowie zu Telearbeit/Home Office. In 2017 wurde zusätzlich ein Modul zu mobiler Arbeit abgefragt.

Es sollen unterschiedliche Thesen und dazugehörige Fragestellungen untersucht werden. Beispiele für die Arbeitshypothesen sind:

Digital Natives wollen mobil und flexibel arbeiten.
Eine gängige Annahme ist, dass mobiles und flexibles Arbeiten vor allem von Jüngeren sowie Personen mit Betreuungs- oder Pflegeverantwortung gewünscht wird. Es sollten sich also in den Daten lebensphasenabhängige Unterschiede in den Wünschen nach Home Office und mobiler Arbeit zeigen.

Mobile Arbeit geht nur im Büro oder im Außendienst
In der Praxis wird häufig davon ausgegangen, dass mobile Arbeitsformen für andere Tätigkeiten als „reine“ Büroarbeitsplätze bzw. Außendienst nicht geeignet sind. Daher soll untersucht werden, in welchen Jobs tatsächlich im Home-Office/mobil gearbeitet wird.

Mobile Arbeit wird von allen Beschäftigten gewünscht, kann aber (noch) nur von gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften genutzt werden.
Ähnlich zu These 2 soll untersucht werden, ob mobile Arbeitsformen nur von bestimmten Personenkreisen (hohe Qualifikation, Führungsverantwortung, unbefristete Verträge, …) genutzt werden kann, und ob die Nutzung die geäußerten Wünsche widerspiegeln.