Beschäftigungspolitische Perspektiven der deutschen Automobilzulieferer am Beispiel der Chemieindustrie, der Kunststoffverarbeitenden Industrie und Kautschukindustrie vor dem Hintergrund neuer Mobilitätskonzepte und der Digitalisierung

Das deutsche industrielle „Cluster“ Fahrzeugindustrie zeigt sich aktuell stabil und wirtschaftlich erfolgreich. Das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutsche Fahrzeugindustrie vor enormen Herausforderungen steht. Neben sich dynamisch verändernden Märkten sind die Hersteller gefordert, ihre Fahrzeuge und deren Betrieb umweltverträglicher zu machen. So müssen durch die klimapolitischen Verpflichtungen des Pariser Vertrages die Fahrzeugflotten der europäischen Automobilhersteller sowohl im europäischen Heimatmarkt als auch auf den Exportmärkten umfassende Treibhausgasminderungen erreichen.

Die Digitalisierung und Elektrifizierung der Antriebe führt zum Eintritt neuer Wettbewerber, sowohl aus anderen Wirtschaftszweigen, wie der IT- und Kommunikationsindustrie als auch aus neuen Regionen wie China. Die Digitalisierung ermöglicht neue Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte (autonomes Fahren, Ride- und Carsharing), andererseits auch neuartige Produktionskonzepte mit neuen Chancen aber auch Gefahren für Arbeitsplätze und Beschäftigung.

Die sich dynamisch verändernden Rahmenbedingungen dürften den Strukturwandel in den Unternehmen und Branchen des „Cluster“ Fahrzeugbau beschleunigen. Deshalb stehen die weitere Entwicklung und die Zukunft der deutschen Fahrzeughersteller (OEM) vielfach heute schon im öffentlichen und wissenschaftlichen Fokus.

Weniger im Fokus der Öffentlichkeit und der Wissenschaft steht die Wertschöpfung und Beschäftigung in den Zuliefererunternehmen der OEM. Dies obwohl durch die zunehmenden Outsourcingprozesse ein immer größerer Wertschöpfungsanteil an den hergestellten Fahrzeugen an die Zuliefererindustrie gegangen ist.

Die zu erwartenden Veränderungen im Fahrzeugbau und die Verkehrswende dürften mittel- und langfristig quantitative und qualitative Beschäftigungseffekte in vielen Branchen zur Folge haben. Die Stiftung Arbeit und Umwelt widmet sich derzeit diesen Fragen in einem Projekt.