Misstrauensgemeinschaften
In seinem Essay „Misstrauensgemeinschaften. Zur Anziehungskraft von Populismus und Verschwörungsideologien“ geht der Soziologe Aladin El-Mafaalani zentralen Fragen unserer Zeit nach: Warum schwinden Vertrauen und gesellschaftlicher Zusammenhalt, und wie entsteht aus diesem Vakuum eine Gemeinschaft aus gemeinsamem Misstrauen?
El-Mafaalani nimmt dazu den Begriff des Vertrauens als elementare Verbindung in zwischenmenschlichen Beziehungen aber auch als Grundlage für das Funktionieren von Systemen wie Wirtschaftsstrukturen und Gesundheitsversorgung in den Blick. In einer zunehmend komplexen Welt wird jedoch ein wachsender Vertrauensverlust gegenüber Institutionen wie Politik, Medien und Wissenschaft sichtbar. Menschen ersetzen ein Grundvertrauen in etablierte Systeme aufgrund von Komplexitätsreduktion durch Misstrauen und finden darin wiederum gegenseitige Unterstützung. Diese „Misstrauensgemeinschaften“ können ein Gefühl von Zugehörigkeit bieten, sind aber zugleich eine ernsthafte Bedrohung für demokratische Stabilität und gesellschaftliche Kooperation.
Der Essay zeigt, wie grundlegend menschliches Vertrauen für eine Gemeinschaft ist und welche Dynamik Misstrauen bekommen und zu Populismus, Verschwörungsideologien und sozialer Polarisierung führen kann. Abschließend gibt El-Mafaalani Impulse zu der Frage, wie wir Vertrauen wieder aufbauen können und liefert Denkanstöße für eine konstruktivere Zukunft, die in der demokratiebildenden Arbeit neue Perspektiven eröffnen können.
Misstrauensgemeinschaften. Zur Anziehungskraft von Populismus und Verschwörungsideologien
von Aladin El-Mafaalani
Kiepenheuer & Witsch 2025
Hardcover, 128 Seiten
16,00 Euro

