Newsletter Februar 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
Transformation passiert nicht von selbst. Sie braucht politische Gestaltung, starke Institutionen und gesellschaftliche Verständigung. Wo Politik nur reagiert, wachsen Unsicherheit und Spaltung. Dies ist eine Erkenntnis aus unserer neuen Studie zur Strukturpolitik. Diese ist mehr als die Beantragung von Subventionen. Es geht um die Frage, wie Demokratie und Wohlstand im Wandel stabil bleiben und welche Rolle eine präventive Politik spielt.
Zugleich erleben wir hierzulande eine aufgeheizte Debatte über Sozialstaat und Arbeit. Schlagworte wie „Lifestyle-Teilzeit“ verkürzen komplexe Realitäten und stellen Solidarität infrage. Dabei geht es um gute Arbeit, faire Bedingungen und soziale Sicherheit – also um das Fundament unserer Demokratie.
Der Blick in die USA mahnt zur Wachsamkeit. Unter Donald Trump geraten rechtsstaatliche Prinzipien unter Druck, Institutionen werden delegitimiert, gesellschaftliche Gräben vertieft. Ob man dafür den Begriff Faschismus wählt oder nicht: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sie ist verletzlich. Wir müssen sie verteidigen und schützen.
Umso wichtiger sind die anstehenden Betriebsratswahlen. Sie sind gelebte Demokratie im Alltag – dort, wo Mitbestimmung konkret wird und Beschäftigte erfahren, dass ihre Stimme zählt. Gerade in Zeiten multipler Krisen gilt: Wir müssen im Austausch bleiben, Widerspruch organisieren und Solidarität stärken. Demokratie verteidigt sich nicht abstrakt, sondern im Betrieb, in der Politik und in unserer gemeinsamen Debatte.
In der Stiftung wollen wir den Herausforderungen unserer Zeit mit Debatten und internationalem Austausch begegnen.
Herzlichst Ihr,
Andrea Arcais
Geschäftsführer Arbeit und Umwelt der IGBCE

